Departmental Bulletin Paper 近世ドイツにおける新聞とモード誌における構文 : 「語り」のテクストと「記述」のテクスト
Satzkonstruktionen von Texten in Zeitungen und einer Modezeitschrift der Frühen Neuzeit : Erzähl- und Beschreibungstext
キンセイ ドイツ ニオケル シンブン ト モードシ ニオケル コウブン : カタリ ノ テクスト ト キジュツ ノ テクスト

芹澤, 円

(21)  , pp.1 - 15 , 2017-03-01
ISSN:18817351
NCID:AA11187452
Description
Auf die Geschichte der Druckschrift in Deutschland zurückschauend kann man sagen, dass in ihr Flugblätter im 16. Jahrhundert, die z. B. die Idee des Protestantismus verbreiteten und auch als „Neue Zeitung“ verwendet wurden, eine wichtige Rolle spielten. Danach traten Wochenzeitungen im 17. Jahrhundert auf, dann wurde sogar eine Modezeitschrift im 18. Jahrhundert gegründet. Daran ist zu erkennen, dass die Druckschrift im Laufe der Zeit ihre Funktion (was für Informationen sollen mitgeteilt werden) erheblich vergrößerte. Ausgebend von dieser Grundlage werden im vorliegenden Aufsatz die folgenden zwei Fragestellungen geklärt: 1) Wie veränderten sich die Satzkonstruktionen im diachronischen Vergleich von Zeitungstexten am Anfang des 17. und am Ende des 18. Jahrhunderts? 2) Welche Unterschiede können im synchronischen Vergleich eines Zeitungstextes am Ende des 18. Jahrhunderts mit dem zeitgenössischen Text einer Modezeitschrift beobachtet werden? Der Untersuchungsgegenstand besteht aus jeweils 12 Artikeln der Wochenzeitung „Relation“ aus dem Jahr 1609 und der „Bayreuther Zeitung“ von 1786 und 13 Artikeln der Modezeitschrift „Journal des Luxus und der Moden“ von 1786 bis 1789. Meine erste Fragestellung betrifft zunächst die Häufigkeit der Verwendung des Nebensatzes. So sind z. B. in einem Artikel der „Relation“ vom 8. Januar 1609, der über ein Ereignis in Köln berichtet und insgesamt aus 343 Wörtern besteht, 10 Nebensätze zu finden, woraus sich ergibt, dass darin 2.9 Nebensätze pro 100 Wörter verwendet werden. Bei Berücksichtigung der Verwendungshäufigkeit des Nebensatzes in allen 12 Artikeln der „Relation“ berechnet sich durchschnittlich die Verwendung von 3.6 Nebensätzen pro 100 Wörtern. Gleichermaßen gerechnet sind im Durchschnitt 3.3 Nebensätze pro 100 Wörtern in der „Bayreuther Zeitung“ zu finden. Um festzustellen, ob diese beiden berechneten Durchschnittswerte (nämlich 3.6 der „Relation“ und 3.3 der „Bayreuther Zeitung“) einen signifikanten Unterschied bilden, wird der Likelihood-Quotienten-Test als Methode angesetzt. Daraus gibt sich, dass die Differenz der zwei Werte als insignifikant anzusehen ist. Ein abperlendes Satzgefüge, was heißt, dass nach einem Hauptsatz einige Nebensätze folgen, gilt, laut Demske-Neumann (1996), als ein spezifische Merkmal von Texten der Wochenzeitungen im 17. Jahrhundert. In Bezug auf den vorliegenden Untersuchungsgegenstand der von mir ausgewählten Zeitungstexte aus dem 17. Jahrhundert ergibt sich, dass diese aus 3,517 Wörtern, verteilt auf 12 Artikel, zusammengesetzt ist, und es berechnen sich so 15 abperlende Satzgefüge. Hingegen sind nur 7 abperlende Satzgefüge in der „Bayreuther Zeitung“ aus dem 18. Jahrhundert (mit 3,370 Wörtern, verteilt auf 12 Artikel) zu beobachten. Dies zeigt letztlich, dass sich die Verwendung des abperlenden Satzgefüges vom 17. Jahrhundert zum 18. Jahrhundert etwa auf die Hälfte reduziert hat. Das abperlende Satzgefüge kann durch diesen Vergleich als ein Merkmal des 17. Jahrhunderts angesehen werden. Zum Vergleich zu diesem Ergebnis soll der Gebrauch der Nominalphrase mit Verbalsubstantiv, in der der Inhalt, z.B. wer, wo usw., angegeben ist, als ein Kennzeichen der Zeitungstexte am Ende des 18. Jahrhunderts benannt werden. Der Grund dafür ist, dass einerseits in Texten des 17. Jahrhunderts nur 2 Nominalphrasen mit Verbalsubstantiv vorkommen, anderseits ist 21 mal dieselbe Phrase in Texten des 18. Jahrhunderts zu finden. Dies führt zu dem Ergebnis, dass die Nominalphrase mit Verbalsubstantiv in Texten am Ende des 18. Jahrhunderts häufiger als im 17. Jahrhunderts verwendet wurde. Texte werden also in dieser Hinsicht relativ einfacher. Es werden jedoch stattdessen komplizierte Nominalphrasen verwendet, sodass man nicht so einfach schließen kann, dass die Texte tatsächlich auch einfacher zu verstehen sind. Um meine zweiten Fragestellung zu klären, wird zunächst die Verwendungshäufigkeit ermittelt. Es zeigt sich, dass in der Modezeitschrift durchschnittlich 2.8 Nebensätze pro 100 Wörter zu finden sind. Werden die zwei Werte 2.8 und 3.3 (der Wert der Verwendungshäufigkeit in der „Bayreuther Zeitung“) dem Likelihood-Quotienten-Test unterzogen, dann zeigt sich, dass der Unterschied dieser beiden Werte insignifikant ist. Man kann also sagen, dass die Menge der Verwendungshäufigkeit des Nebensatzes bei der Modezeitschrift und der „Bayreuther Zeitung“ etwa gleich ist. Außerdem wird auf die Verwendung der Nominalphrase mit Verbalsubstantiv Bezug genommen, und das Ergebnis ist, dass nur einmal diese Phrase in der Modezeitschrift zu finden ist. Es sind jedoch viele Präpositionalphrasen in der Modezeitschrift zu beobachten, die z. B. darstellen, wo eine Sache hingestellt ist, woraus die Sache besteht usw. In Hinsicht auf die Phrase lassen sich zwei Untersuchungsgegenstände aufklären: In Zeitungstexten am Ende des 18. Jahrhunderts werden ein Substantiv, Prädikat usw. durch die Nominalphrase mit Verbalsubstantiv ausgedrückt, während die Form und Stellung einer Sache in der zeitgenössischen Modezeitschrift durch Präpositionalphrase gezeigt werden. Aus noch einem anderen Grund werden die Phrasen der Zeitungstexte, gemäß der „Vertextungsstrategie“ bei Eroms (2008), dem „Erzählen“ zugeordnet, weil „Erzähltexte zeitlich strukturiert sind“, wohingegen der Text der Modezeitschrift dem „Beschreiben“ zuzuordnen ist, weil „Beschreibungstexte im Prinzip räumlich orientiert“ sind (Eroms 2008: 88). Die Zeitungstexte drücken mit Nominalphrasen zeitlich geschehene Ereignisse aus, und die Texte der Modezeitschrift beschreiben mit Präpositionalphrasen die Räumlichkeit von Sachen bzw. Dingen. In beiden Texttypen ist die Verwendung der Phrase zu finden, trotzdem sie in Hinsicht auf die Raum-Zeit-Welt-Einordnung unterschiedlich gebraucht wird.
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