Departmental Bulletin Paper 現代の欧州諸国における移民の言語 : その評価の二重性を追って
Die Sprache der Menschen mit Migrationshintergrund in den gegenwärtigen europäischen Ländern : Die Dualität ihrer Bewertung
ゲンダイ ノ オウシュウ ショコク ニオケル イミン ノ ゲンゴ ソノ ヒョウカ ノ ニジュウセイ オ オッテ

田中, 翔太

(20)  , pp.47 - 66 , 2016-03-01
ISSN:18817351
NCID:AA11187452
Description
Das Deutsch der türkischstämmigen Migranten, das in den 1960er Jahren von der deutschen Gesellschaft oft als „gebrochenes Deutsch“ problematisch angesehen wurde, wird seit Mitte der 1990er Jahre zum Teil von Jugendlichen ohne Migrationshintergrund als „coole Sprache“ positiv bewertet und gesprochen. Laut Wiese (2006) ist dies jedoch „kein isoliertes deutsches Phänomen“, sondern man kann es seit den letzten Jahrzehnten auch europaweit in urbanen Stadtvierteln mit hohem Migrantenanteil betrachten. Die Sprache, die eigentlich von Menschen mit Migrationshintergrund in europäischen Städten gesprochen wird, wird mehr und mehr auch von Menschen ohne Migrationshintergund gesprochen.In der vorliegenden Arbeit soll versucht werden, aufgrund der These von Wiese(2006), folgende zwei Fragestellungen aufzuklären: 1. Von welcher Sozialgruppe der Menschen ohne Migrationshintergrund wird die Sprache der Menschen mit Migrationshintergrund in europäischen Städten gesprochen und was ist ihr Ziel? 2. Wie bewerten Menschen ohne Migrationshintergrund, die die Sprache der Menschen mit Migrationshintergrund sprechen, diese Sprache und aus welchem Grund geben sie solche Bewertungen? Bestimmte sprachliche Phänomene werden unter der Perspektive der1) Sprecher, des 2) Ortes, der 3) sprachlichen Merkmale und des 4) Ziels der Sprecher analysiert. Bei der Betrachtung der betreffenden sprachlichen Phänomene in Europa waren zwei unterschiedliche Dimensionen zu finden, wie die Menschen ohne Migrationshintergrund die Sprache der Menschen mit Migrationshintergrund verwenden und welche Motivation dafür ausschlaggebend ist. Erstens wird die Sprache, die von Menschen mit Migrationshintergrund in Städten Europas gesprochen wird, von Jugendlichen ohne Migrationshintergrund aus derselben Stadt akzeptiert und im Alltag gesprochen, u.a. „Straattaal (Straßensprache)“, in Amsterdam(Niederlande), „Kebabnorsk (Kebab Norwegisch)“ in Oslo (Norwegen), „Rinkebysvenska (Rinkeby Schwedisch)“ in Rinkeby (Schweden), „Køpenhavnsk multietnolekt (Kopenhagener Multiethnolekt)“ in Kopenhagen (Dänemark) und „Multicultural English (Multikulturelles Englisch)“ in London und Birmingham (Großbritannien). Die genannten sprachlichen Phänomen beinhalten in Bezug auf die Sprecher einige Gemeinsamkeiten. Alle erwähnte Sprachen werden von Jugendlichen ohne Migrationshintergrund gesprochen, die in Städten leben, in denen der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund hoch ist. Durch einen direkten Kontakt mit Menschen mit Migrationshintergrund im Alltag erlernen sie deren Sprache und verwenden sie als Identitätsmarker für sich, die einerseits gegenüber anderen Milieus und andererseits gegenüber Erwachsenen funktionieren. Zweitens wird die Sprache der Menschen mit Migrationshintergrund von Jugendlichen ohne Migrationshintergrund nachgeahmt, die im Alltag wenig bis kaum Kontakt mit ihnen haben, u.a. „Murks (Marokkanisch-Türkisch)“ in Utrecht (Niederlande) und „Mock Rinkeby Swedish (Nachgeahmtes Rinkeby Schwedisch)“, wobei die Kenntnisse solcher Jugendlichen über die eigentliche Sprache der Menschen mit Migrationshintergrund gering sind, weshalb sie nur beschränkte stereotypisierte sprachliche Merkmale, wie z.B. übertriebene Intonationen oder Aussprache, oder für Menschen mit Migrationshintergrund typische Wortschätze, verwenden können. Das Ziel der Nachahmung ist u.a., das Image der Menschen mit Migrationshintergrund darzustellen, das mit „toughness“ oder „Aggressivität“ zu tun hat. Jedoch war es zu sehen, dass diese Sprachen auch aus parodistischen oder gar rassistischen Gründen nachgeahmt werden. Dafür ist der Hintergrund das Image, dass Menschen mit Migrationshintergrund nur mangelhaft die Sprache beherrschen können. Als Fazit lässt sich feststellen, dass bei Jugendlichen ohne Migrationshintergrund, die die Sprache der Menschen mit Migrationshintergrund verwenden, eine Dualität der Bewertung existiert.
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