Departmental Bulletin Paper C.Ph.E.バッハのフライエ・ファンタジーに関する研究 : 拍節分割による自由と束縛の視点から
Studie über C.Ph.E.Bachs “Freie Fantasie”: im Hinblick auf Freiheit und Gebundenheit bei der Takteinteilung

末永,雅子  ,  原田,宏司

6pp.39 - 49 , 2016-03-11 , 広島文化学園大学学芸学部
ISSN:2185-8837
NCID:AA12532487
Description
 S.Bachs zweiter Sohn, C.Ph.E.Bach (1714-1788), der zur Zeit der Vorklassik vornehmlich in Berlin und Hamburg wirkte, muss als bemerkenswerter Musiker angesehen werden. Was seinen originellen Kompositionsstil angeht, der sich in über 200 Klavierwerken und insbesondere auf dem Gebiet der “Freien Fantasie” zeigt, so kann man in dem, seinem Zeitalter vorauseilenden, freien Stil eine ganz neue Kompositionsweise erkennen. Der Herausgeber von E.Bachs Gesamtwerk, A.Lee, zeigt auch auf, dass für das Verständnis der Musik E.Bachs die freie Fantasie innerhalb seines Gesamtwerks ein Genre von besonderer Wichtigkeit sei.  In Bezug auf die Fantasie hat E.Bach in seiner Schrift “Versuch über die wahre Art das Klavier zu spielen” folgende Voraussetzungen genannt: “Tacteintheilung” sei nicht vorhanden und es dürfe in “mehrere Tonarten” ausgewichen werden. In diesem Aufsatz haben wir aus den 6 Sammlungen “Klavier-Sonaten für Kenner und Liebhaber” 6 freie Fantasiestücke ausgewählt und vom Gesichtspunkt der Takteinteilung aus die Beziehung von Freiheit und Gebundenheit auf der Basis der Noten analysiert. Daraus ergab sich den 1782 komponierten 3 Stücken (Wq.58-6, Wq.58-7, Wq.59-5) und den zwischen 1784 und 1786 komponierten 3 Stücken (Wq.59-6, Wq.61-3, Wq.61-6) ein extrem großer Unterschied. Es stellte sich nämlich folgendes Verhältnis zwischen den Teilen mit bzw. ohne Takteinteilung heraus: der Anteil der von der Takteinteilung befreiten “freien” Teile war bei den früher entstandenen Fantasien mit 68-70% hoch, bei den spät er entstandenen Fantasien mit 7-14% dagegen extrem gering. Dafür aber waren nun bei den mit Takt versehenen Teilen für Tempo und Takt genaue Anweisungen vorgegeben.  Wir vermuteten, dass der Grund für diesen Unterschied in E.Bachs veränderter Musikanschauung liegt und untersuchte sein Werk “Versuch über die wahre Art das Klavier zu spielen”. Dieses Werk wurde 1753 zum ersten Mal publiziert und erschien 1787 in 3.Auflage, wobei das Kapitel über die Spielweise eine Ergänzung erfuhr. Dem Inhalt der Ergänzung entsprechend ist im Gegensatz zu den 3 Stücken, die mehrheitlich keine Takteinteilung haben und bei denen die Idee hinter der Komposition beherrschend ist, bei den späteren 3 Stücken mehr als die vorhandene oder nicht vorhandene Takteinteilung die Spieltheorie beherrschend. Es wird also vom Spieler Kontrolle von Intellekt und Empfindung verlangt. An dieser Stelle entsteht eine Vereinigung von Schöpfungsund Spieltheorie, und man kann annehmen, dass die Freiheit in dieser Disziplin die echte Freiheit ist, die E.Bach anstrebte. Und was diese Harmonie von Schöpfungs- und Spieltheorie betrifft, so hat sich der in der Aufklärungszeit entstandene empfindsame Stil in idealer Gestalt in der freien Fantasie verwirklicht. In Bezug auf diese Tendenz läßt sich nicht leugnen, dass der Kontrast von Stimmung und Tonalität der freien Fantasie und die starke Veränderung der Akzentuierung durch die Entwicklung des Fortepianos sehr beschleunigt wurde. Was die freie Fantasie als Produkt des Zeitalters angeht, so ist sie ein Pfand für die Geburt der freien Musik des deutschen Bürgertums, das als Reflexion der Befreiung der Gesellschaft von der Feudalherrschaft entstanden war.
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http://harp.lib.hiroshima-u.ac.jp/hbg/file/12083/20160414172510/g06-05.pdf

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