Departmental Bulletin Paper ユーリウス・マイアー=グレーフェの芸術観 : 『近代芸術発展史』序文を手がかりとして
Die Kunstanschauung von Julius Meier-Graefe : Anhand des Vorworts der Entwicklungsgeschichte der modernen Kunst

野村, 優子

29pp.15 - 28 , 2015-10-30 , 九州大学独文学会
ISSN:0914-5842
NCID:AN1009232X
Description
Obwohl die Entwicklungsgeschichte der modernen Kunst von Julius Meier-Graefe (1867-1935) nach der Veröffentlichung 1904 rasch eine hohe Reputation erlangte und als Handbuch der modernen Kunst eine breite Leserschaft im In-und Ausland gewann, verlor sie im Lauf der Zeit ihre Bedeutung und geriet zum Schluss mit ihrem Autor zusammen in Vergessenheit. Das steht im starken Kontrast zu seinem Zeitgenossen Heinrich Wölfflin und dessen Hauptwerk Kunstgeschichtliche Grundbegriffe, das heute noch zitiert wird. Meier-Graefes Beitrag zur modernen Kunst ist zu unrecht aus dem Kanon gefallen, berücksichtigt man, dass er durch sein Buch, indem er Stellung gegen den damaligen Nationalismus bezieht und der französischen Kunst den Vorrang vor der deutschen gibt, eine wesentliche Rolle bei der Vermittlung des Impressionismus und Post-Impressionismus in Deutschland spielt. Dieser Artikel möchte anhand des Vorwortes und des Kapitels ,Die deutsche Kunst' Meier- Graefes Kunstauffassung charakterisieren und zugleich zeigen, dass er für eine neue Kunstbetrachtung plädiert, die auch den Prozess des Kunstschaffens verändern sollte. Im ersten Abschnitt der Arbeit soll veranschaulicht werden, dass Meier-Graefe es gleich im Vorwort ablehnt, Kunstgesetze aufzustellen und stattdessen für eine vergleichende Betrachtung der Kunst eintritt, womit er sich gegen die damalige Kunstwissenschaft positioniert. Indem man sich die Unterschiede zwischen einem stilbegründenden Werk und seinen Nachfolgern verdeutlicht, soll der Sinn für einen neuen Kunstgenusses ausgebildet werden. Meier-Graefe ist der Ansicht, dass die Deutschen an dem Irrtum leiden, Kunst zu denken, statt zu betrachten. Damit meint er, dass das Interesse sich zu sehr auf das Dargestellte konzentriere, ohne die Art der Darstellung auf sich wirken zu lassen. Damit würde dem Kunstgenuss seine wichtigste Funktion abhanden kommen, nämlich sich von ihr ,beseelen' zu lassen. Im Vorwort unternimmt Meier-Graefe somit den Versuch, den Deutschen einen anderen Weg der Kunstbetrachtung zu zeigen und dadurch ihre Augen für die neuen Kunstströmungen zu öffnen. Im zweiten Abschnitt wird das Kapitel ,Die deutsche Kunst' behandelt, welches jedoch ab der zweiten Auflage gestrichen wird. Meier-Graefe unterscheidet in diesem zwei Kunstformen: die Zeichnerische und die Malerische. Obwohl sich die europäische Kunstgeschichte vom Zeichnerischen (Linie und Umriss) zum Malerischen (Fläche und Farbe) hin entwickelt, bleibe die deutsche Kunst dem Zeichnerischen verhaftet. Zwar lehnt er die deutsche Tendenz nicht vollständig ab, fordert aber, dass diese, für ihn ,urdeutsche' Tradition, als Basis der nationalen Kunst weiter entwickelt werden müsste. An seinen Ausführungen lässt sich Meier-Graefes Intention zeigen, letztlich der deutschen Kunst anhand französischer Ideale einen neuen Weg der Entwicklung vorgeben zu wollen.
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http://catalog.lib.kyushu-u.ac.jp/handle/2324/1669311/p015.pdf

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